Kategorie: Du als Unternehmerperson | Lesezeit: ca. 3 Minuten
Führung ist keine Gabe, die manche mitbringen und andere nicht. Sie lässt sich lernen, und in Deiner Praxis übst Du längst.
„Ich bin doch gar keine Führungspersönlichkeit.“
Diesen Satz höre ich immer wieder.
Ich kann das gut verstehen. Wer eine eigene Praxis eröffnet, möchte Patienten behandeln. Dafür hast Du Deine Ausbildung gemacht. Unternehmensführung stand dabei vermutlich nicht auf dem Stundenplan.
Die gute Nachricht: Sobald Du eine Praxis betreibst, führst Du bereits. Auch wenn Du ganz allein arbeitest.
Du entscheidest, welche Patienten Du behandeln möchtest, wie Du Deine Arbeitszeit gestaltest und welche wirtschaftlichen Ziele Du verfolgst. Du setzt Prioritäten und trägst die Folgen Deiner Entscheidungen selbst.
Dafür brauchst Du keine Mitarbeiter. Und auch keine Geburtsurkunde mit dem Vermerk „Führungspersönlichkeit“.
Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, manche Menschen seien einfach zum Führen geboren. Sie wirken selbstbewusst, setzen sich durch und wissen angeblich immer, was zu tun ist.
Andere sehen sich selbst ganz anders. Vielleicht bist Du eher zurückhaltend, gehst Konflikten gern aus dem Weg oder tust Dich mit Entscheidungen schwer.
Heißt das, dass Du kein guter Unternehmer sein kannst?
Nein.
Führung besteht aus Fähigkeiten, die Du entwickeln und trainieren darfst. Dazu gehört, Entscheidungen vorzubereiten, Verantwortung zu übernehmen und mit Unsicherheit umzugehen.
Natürlich bringt jeder Mensch eine andere Persönlichkeit mit. Daraus folgt aber nicht, dass die einen führen können und die anderen für immer außen vor bleiben.
In der Führungsforschung gibt es dafür einen schönen Begriff: „Zombie Leadership“. Gemeint sind Führungsmythen, die munter weiterleben, obwohl die Forschung längst ein viel differenzierteres Bild zeichnet. Dazu gehören der geborene Anführer und die eine starke Persönlichkeit, ohne die nichts läuft.
Für Dich als Praxisinhaber lohnt es sich, diese Überzeugungen einmal anzuschauen. Manchmal setzen wir uns selbst unter Druck, weil wir glauben, Unternehmer müssten bestimmte Eigenschaften einfach mitbringen.
Die hilfreichere Frage lautet: Welche Fähigkeiten braucht meine Praxis, und wie kann ich sie entwickeln?
Stell Dir einen ganz normalen Praxistag vor. Du hast Dir vorgenommen, endlich die Buchhaltung aufzuarbeiten. Stattdessen beantwortest Du E-Mails, schraubst an Deiner Website und erledigst noch schnell ein paar Kleinigkeiten.
Am Abend hast Du viel gearbeitet. Und das Wichtigste liegt immer noch da. (Der Beleg-Stapel sagt freundlich Hallo.)
Genau hier beginnt Selbstführung. Du darfst lernen, zwischen wichtig und dringend zu unterscheiden. Du darfst Dir ein Bild davon machen, wohin sich Deine Praxis entwickeln soll. Und Du darfst Entscheidungen treffen, auch wenn sie Dir nicht immer leichtfallen.
Das ist kein Persönlichkeitsmerkmal, das Du hast oder eben nicht hast.
Das kannst Du üben. Wie Bauchmuskeln: Übung macht den Meister.
Spätestens mit den ersten Mitarbeitern verändert sich Deine Rolle. Du bist dann für mehr verantwortlich als für Deine eigene Arbeit. Du erklärst Aufgaben, formulierst Erwartungen und gibst anderen den Raum, selbstständig zu arbeiten.
Manche Praxisinhaber versuchen trotzdem, jede Entscheidung selbst zu treffen. Das funktioniert eine Zeit lang. Auf Dauer will ständig jemand etwas von Dir, und Du kommst kaum noch zu Deiner eigenen Arbeit.
Der Ausweg liegt in der Frage, welche Entscheidungen bei Dir liegen und welche Deine Mitarbeiter selbst treffen können. Auch das ist eine Fähigkeit, die sich entwickeln lässt.
Schau Dir an, welches Bild Du eigentlich von Führung hast.
Muss eine gute Führungspersönlichkeit besonders selbstbewusst sein? Immer sofort eine Antwort haben? Alles kontrollieren?
Oder bedeutet gute Führung, dass Du Deine Grenzen kennst, Dir fehlendes Wissen aneignest und lernst, bessere Entscheidungen zu treffen?
Such Dir danach eine unternehmerische Fähigkeit aus, die Du als Nächstes entwickeln möchtest. Vielleicht klarer Nein zu sagen. Vielleicht Preise festzulegen. Oder Aufgaben abzugeben, ohne ständig nachzukontrollieren.
Wähle eine davon und übe sie diese Woche ganz bewusst im Praxisalltag.
„Führungspersönlichkeit wirst Du durch Üben. Und wenn Du eine Praxis führst, darfst Du Führung lernen.“
Wenn Du magst, schauen wir im kostenfreien Erstgespräch gemeinsam auf Deine Praxis und darauf, welche Fähigkeit bei Dir als Nächstes dran ist. Buche einfach ein kostenfreies Erstgespräch.