Raus aus der Zeit-gegen-Geld-Falle: Muss Deine Praxis dafür wirklich online werden?

Liest Du es auch überall?

Raus aus der Zeit-gegen-Geld-Falle.
Arbeite endlich unabhängig.
Arbeite online.
Arbeite von überall.
Erstelle einmal einen Kurs und verdiene damit jahrelang Geld.

Das klingt verlockend. Vor allem dann, wenn Dein Praxistag voll ist, Du abends noch dokumentierst, Rechnungen schreibst und Dich ernsthaft fragst, wann Du eigentlich Dein eigenes Leben leben sollst.

Meine Meinung: Für die meisen Heilpraktiker, Therapeuten und Coaches ist das reine Online-Business nicht automatisch die beste Lösung.

Manchmal führt es sogar ziemlich weit weg von dem, weshalb Du Deinen Beruf ursprünglich gewählt hast.

Du bist angetreten, um Anderen zu helfen, gesünder zu werden

Du bist vermutlich nicht Heilpraktiker, Heilpraktiker für Psychotherapie, Osteopath oder Physiotherapeut geworden, weil Du schon immer Verkaufsseiten bauen, Werbeanzeigen schalten und automatisierte E-Mail-Funnels erstellen wolltest.

Du wolltest Anderen helfen.

Zuhören,  Behandeln und Begleiten. Du gibst Deinen Patienten einen Raum, in welchen sie sich gesehen und ernst genommen fühlen.

Gerade in einer Zeit, in der sich viele in der klassischen medizinischen Versorgung nicht mehr ausreichend wahrgenommen fühlen, Soll Deine Arbeit einen Unterschied machen.

Natürlich kann eine Begleitung online funktionieren. In manchen Situationen ist sie sogar eine wunderbare Möglichkeit. Aber sie ist nicht automatisch einfacher und sie ersetzt nicht in jedem Fall die Qualität einer persönlichen Begegnung.

Warum solltest Du also genau das aufgeben, was Deinen Beruf für Dich ursprünglich sinnvoll gemacht hat?

Das Geschäftsmodell der Online-Agenturen ist nicht Dein Geschäftsmodell

Schau Dir die Anbieter an, die Dir erklären, wie Du mit einem Onlinekurs finanziell frei wirst.

Was verkaufen diese Unternehmen?

Sie verkaufen in der Regel keine naturheilkundliche Behandlung an kranke Menschen. Sie verkaufen Unternehmern die Aussicht auf Freiheit, Unabhängigkeit, Reichweite und ein höheres Einkommen.

Das ist eine völlig andere Zielgruppe.

Menschen, die sich beruflich verändern oder mehr verdienen möchten, reagieren anders auf Marketing als Patienten, die unter Schmerzen, Ängsten, Erschöpfung oder chronischen Beschwerden leiden.

Deshalb ist es auch wenig hilfreich, die Reichweite einer großen Online-Agentur mit der Reichweite einer lokalen Heilpraktikerpraxis zu vergleichen.

Wenn eine Agentur 100.000 Follower hat, bedeutet das nicht, dass Du ebenfalls 100.000 Follower brauchst. Und es bedeutet erst recht nicht, dass Du mit demselben Konzept erfolgreich wirst.

Deine Patienten suchen keine Anleitung für ein skalierbares Geschäftsmodell. Sie suchen Vertrauen, Sicherheit und Hilfe für ein konkretes gesundheitliches Problem.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Teure Programme sind keine Garantie für mehr Patienten

Immer wieder höre ich, dass „Kollegen“ von Dir 10.000, 20.000 oder sogar 30.000 Euro in ein Online-Business-Programm investiert haben. Manche haben dafür sogar einen Kredit aufgenommen. Und haben Sie die versprochene Freiheit erreicht? Nein. Leider nicht. 

Stattdessen sind sie enttäuscht, beschämt und frustriert. Warum sind all die Versprechungen nicht erfüllt worden? Nicht wenige zweifeln anschließend nicht nur an der Strategie, sondern an sich selbst und an ihrer gesamten Selbstständigkeit.

Das heißt nicht, dass jede Agentur schlecht oder jedes Onlineprogramm unseriös ist.

Es bedeutet aber, dass ein Geschäftsmodell zu Deinem Beruf, Deiner Zielgruppe, Deinen Fähigkeiten und Deiner Lebenssituation passen muss. Ein Konzept, das für andere Branchen funktioniert, lässt sich nicht automatisch auf eine Heilpraktikerpraxis übertragen.

Onlineangebote können eine Ergänzung sein

Ich lehne Onlineangebote nicht ab. Ganz im Gegenteil. Auch ich biete Kurse dazu an.  Onlineangebote können Deine Arbeit sinnvoll ergänzen und Deine Patienten auch zwischen den Terminen unterstützen.

Du könntest beispielsweise kurze Übungsvideos zur Verfügung stellen. Wenn Deine Patienten Dich sehen und Deine Stimme hören, fällt es ihnen oft leichter, die Übungen zu Hause tatsächlich durchzuführen.

Auch Meditationen, Entspannungsübungen, Informationsvideos oder Hinweise zur Vor- und Nachbereitung einer Behandlung können wertvoll sein. Onlineangebote können außerdem Entfernungen überbrücken und Menschen erreichen, die nicht regelmäßig in Deine Praxis kommen können.

Doch der entscheidende Punkt ist: Das Onlineangebot unterstützt Deine eigentliche Arbeit. Digitalisierung darf Dir dienen. Du musst nicht Deine gesamte berufliche Identität verändern, nur damit Dein Unternehmen als modern oder skalierbar gilt.

Die eigentliche Zeit-gegen-Geld Falle beginnt oft schon vorher

Viele Praxisinhaber sagen zu mir: „Ich muss etwas online anbieten, damit ich endlich mehr Zeit habe.“ Doch gleichzeitig haben sie gar keine Zeit, ein gutes Onlineangebot zu entwickeln.

Sie arbeiten in der Praxis, beantworten Nachrichten, organisieren Termine, schreiben Rechnungen, erledigen die Buchhaltung und versuchen nebenbei noch, regelmäßig Inhalte für Social Media zu erstellen. Wann soll hier der Onlinekurs entstehen? Wann die Videos aufgenommen werden? Wann werden die Inhalte überarbeitet, Fragen beantwortet und technische Probleme gelöst?

Hier liegt das Problem: Ein zusätzliches Angebot wird auf ein bereits überlastetes System gesetzt.

Bevor Du also Dein nächstes Geschäftsmodell entwickelst, brauchst Du Freiraum. Und diesen Freiraum bekommst Du nicht allein durch eine neue Idee.

Du bekommst diese Freiheit durch bessere Strukturen.

 

Bevor Du die Welt veränderst, gehe dreimal durch Dein eigenes Haus

Diesen Satz mag ich sehr.

Bevor Du wachsen kannst, müssen Deine Strukturen stimmen:

  • Was kostet Zeit und nervt Dich?
  • Wie werden Termine vereinbart?
  • Wie laufen Aufnahme, Behandlung, Dokumentation und Abrechnung ab?
  • Was kann eine Software übernehmen?
  • Wo kann Dich künstliche Intelligenz unterstützen?
  • Was kannst Du delegieren?
  • Und wie gut führst Du Dich selbst durch Deinen Arbeitstag?
Gute Strukturen bedeuten nicht, dass jeder Tag starr durchgeplant sein muss. Strukturen geben Dir einen verlässlichen Rahmen und Raum zum wachsen.

 

Wachstumsweg 1: Baue ein Team auf

Schau Dir erfolgreiche Praxen, medizinische Versorgungszentren oder größere Physiotherapiepraxen an.

Die Inhaber behandeln dort nicht jeden Patienten selbst. Sie haben Mitarbeiter, Therapeuten, Praxismanager oder Assistenzen. Andere übernehmen Aufgaben und erwirtschaften gemeinsam mit dem Praxisinhaber den Umsatz.

Auch eine Heilpraktikerpraxis kann mit einem Team wachsen. Fange einfach klein an!

Ich betreue Praxen mit sechs, sieben oder acht Mitarbeitern. In gut aufgebauten Praxen kann der Inhaber in den Urlaub fahren, ohne dass der gesamte Betrieb stillsteht. Das ist echte unternehmerische Freiheit: Deine Praxis funktioniert, auch wenn Du nicht jeden Tag persönlich anwesend bist. Ein Team bedeutet allerdings nicht, dass sofort alles leichter wird. Am Anfang entstehen neue Aufgaben. Du musst führen, delegieren, Abläufe erklären und Verantwortung abgeben.

Aber auch hier gilt: Mitarbeiter entlasten Dich erst dann zuverlässig, wenn deine Praxis-Strukturen stimmen.

Wachstumsweg 2: Gib Dein Wissen weiter

Viele erzählen mir, dass sie im Laufe ihres Berufslebens zahlreiche Ausbildungen absolviert haben. Mit der Zeit entsteht daraus häufig eine eigene Arbeitsweise. Du verbindest Dein Fachwissen mit Deiner Erfahrung und entwickelst einen besonderen Blick auf Deine Patienten.

Du könntest Workshops, Fachfortbildungen oder Ausbildungen für Kollegen anbieten. Du könntest andere Behandler in Deiner Methode schulen oder sie bei der Umsetzung begleiten.

Damit veränderst Du Deine Zielgruppe: Du sprichst nicht mehr ausschließlich Patienten an, sondern auch Menschen aus Deinem eigenen oder einem angrenzenden Berufsfeld. Diese Zielgruppe lässt sich häufig sehr gut über Social Media, Fachvorträge, Webinare oder Kooperationen erreichen.

Natürlich müssen dabei Urheberrechte, Markenrechte und rechtliche Anforderungen an Aus- und Weiterbildungen beachtet werden. Aber grundsätzlich kann Dein über Jahre aufgebautes Wissen ein weiterer wirtschaftlicher Zweig Deiner Praxis werden.

Du musst Deine therapeutische Arbeit dafür nicht aufgeben.

Wachstumsweg 3: Entwickle weitere Standorte oder eine Art Franchisekonzept

Vielleicht entwickelst Du eine klare Methode, feste Qualitätsstandards und strukturierte Behandlungsabläufe. Andere Behandler können dann unter einer gemeinsamen Marke oder nach Deinem Konzept arbeiten. Auch ein Franchise- oder Lizenzmodell kann langfristig denkbar sein.

Es zeigt: Es gibt mehr Wachstumswege als nur den Onlinekurs.

Du kannst Dein Wissen, Deine Erfahrung und Deine Marke vervielfältigen, ohne Dich vollständig aus der Arbeit mit Menschen zurückziehen zu müssen.

 

Wachstumsweg 4: Entwickle weitere Angebote, die zu Deiner Praxis passen

Vielleicht passen keine Mitarbeiter zu Dir. Vielleicht möchtest Du keine Ausbildung anbieten und auch keine zweite Praxis eröffnen. Dann gibt es trotzdem Möglichkeiten, Dein Einkommen von Deiner persönlichen Behandlungszeit zu entkoppeln. Denkbar sind Gruppenangebote, Workshops, Vorträge, Präventionsangebote, begleitende Programme, digitale Materialien oder Kooperationen mit anderen Praxen und Unternehmen.

Entscheidend ist nicht, was gerade in der Onlinewelt als besonders erfolgreich dargestellt wird, entscheidend ist, was zu Dir passt.

  • Welche Form der Arbeit macht Dir Freude?
  • Welche Menschen möchtest Du erreichen?
  • Welche Verantwortung möchtest Du übernehmen?
  • Wie viel Nähe zu Deinen Patienten brauchst Du, damit Deine Arbeit für Dich sinnvoll bleibt?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, solltest Du über das konkrete Geschäftsmodell entscheiden.

 

Auch Wachstum verläuft nicht ohne Krisen

Eine Praxis wächst selten gleichmäßig. In jeder Entwicklungsphase entstehen neue Herausforderungen. Was als Einzelpraxis gut funktioniert hat, funktioniert mit drei Mitarbeitern vielleicht nicht mehr. Was an einem Standort übersichtlich war, wird mit einer Zweigstelle plötzlich kompliziert.

Wachstum verlangt immer wieder neue Fähigkeiten. Du entwickelst Dich von der Behandlerin zur Praxisinhaberin. Später vielleicht zur Führungskraft, Ausbilderin oder Unternehmerin.

Das Greiner-Modell beschreibt genau diese Entwicklung: Wachstum führt immer wieder an Punkte, an denen die bisherigen Strukturen nicht mehr ausreichen. Es ist ein Zeichen dafür, dass der nächste Entwicklungsschritt ansteht.

Sieh Dir hierzu  meine kostenfreie Videoreihe an: https://www.youtube.com/playlist?list=PLSo6Lk7ool1c

 

Das Online-Business am Pool ist ein schönes Werbebild

Natürlich klingt es wunderbar, mit dem Laptop am Pool zu sitzen und von überall aus zu arbeiten.

In der Realität mögen Laptops weder direkte Sonne noch Wasser. Auf dem Bildschirm ist kaum etwas zu erkennen, um Dich herum ist es laut und irgendwann läuft Dir der Schweiß über die Tastatur.

Und auch ein Onlinekurs verkauft sich nicht automatisch 40 Jahre lang.Inhalte müssen aktualisiert werden. Technik verändert sich. Kunden vergessen ihre Passwörter. Fragen müssen beantwortet, Rechnungen geschrieben und neue Interessenten gewonnen werden.

Auch ein Online-Business braucht Strukturen, Marketing und häufig ein Team.

Die eigentliche Freiheit besteht deshalb nicht darin, am Pool zu arbeiten. Die Freiheit besteht darin, nicht arbeiten zu müssen, während Du am Pool sitzt.

Und das erreichst Du nicht durch ein Hochglanzversprechen, sondern durch ein Unternehmen, das auf einem gesunden Fundament steht.

Die wichtigste Frage lautet nicht: Wie werde ich online?

Die wichtigere Frage lautet:

  • Wie soll Deine Praxis in drei, fünf oder zehn Jahren aussehen?
  • Möchtest Du weiterhin hauptsächlich selbst behandeln?
  • Möchtest Du ein Team führen?
  • Möchtest Du Dein Wissen an Kollegen weitergeben?
  • Möchtest Du weitere Standorte aufbauen?
  • Oder möchtest Du verschiedene Modelle miteinander verbinden?

Es gibt nicht die eine richtige Lösung.

Aber es gibt eine falsche Reihenfolge: Erst ein großes, vermeintlich skalierbares Angebot bauen und sich erst danach um Zahlen, Abläufe, Positionierung und Praxisführung kümmern.

Deine Praxis darf Dich tragen

Du bist angetreten, um Anderen persönlich und in wirklichem Kontakt zu helfen. Diesen Wunsch musst Du nicht beerdigen, nur weil Dir jemand erzählt, eine erfolgreiche Selbstständigkeit müsse heute vollständig digital und ortsunabhängig sein.

Du darfst Menschen weiterhin persönlich begleiten und trotzdem wirtschaftlich erfolgreich werden. Du darfst berühren, behandeln und präsent sein. Und gleichzeitig eine Praxis aufbauen, die nicht dauerhaft vollständig von Deiner persönlichen Arbeitszeit abhängig ist.

Dafür brauchst Du keine neue Karotte vor Deiner Nase, dafür brauchst Du Klarheit, gute Zahlen, funktionierende Strukturen und einen Wachstumsweg, der wirklich zu Dir passt.

Unsere Strukturwoche hilft Dir dabei, Deine Praxis zunächst zu ordnen und Dir wieder Zeit für die nächsten Schritte zu schaffen: https://therapeutenkompetenz.de/produkt/die-struktur-woche-aufzeichnung/

Du möchtest Deine Praxis gemeinsam mit mir weiterentwickeln? Dann lass uns anschauen, wo Du gerade stehst und welcher nächste Schritt für Dich wirklich sinnvoll ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann für eine intensivere Begleitung auch eine Förderung infrage kommen.

Buche Dir ein kostenfreies Erstgespräch: https://cal.meetergo.com/infoerfolg-in-heilberufen/15-min-telefonisches-erstgesprach?lang=de

Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass Deine Praxis gesund wächst, Dich wirtschaftlich trägt und Dir weiterhin die Arbeit ermöglicht, für die Du einmal angetreten bist.

Deine
Claudia