Jeden Tag setzen Sie alles daran, die Probleme Ihrer Patienten zu lösen und deren Lebenskraft zu stärken. Sie sind ein Profi im Helfen. Sie haben ja auch viele Ausbildungen und Fortbildungen absolviert.
Doch wie sieht es mit Ihrer eigenen Praxis-Vision aus? Mit dem nächsten großen Schritt für Ihre Praxis, Ihrer Positionierung oder Ihrem wirtschaftlichen Erfolg? Wie steht es um Buchhaltung und Digitalisierung?
Häufig passiert genau dann etwas Merkwürdiges: Sobald Sie sich hinsetzen wollen, um an Ihrem Unternehmen zu arbeiten, stellt sich ein „wuschiges“ Gefühl ein. Eine innere Unruhe treibt Sie weg vom Schreibtisch. Im schlimmsten Fall hin zum Kühlschrank, zur Ablenkung durch Netflix oder zur zehnten unwichtigen Recherche für einen Patientenfall, den Sie eigentlich schon längst gelöst haben.
Hilfsbereitschaft um sich nicht dem zuzuwenden, was gerade wichtig ist: Nämlich Sie und Ihre Praxis
Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein: In der Welt der Heilkunde ist die ständige Aufopferung für den Patienten eine sozial hoch angesehene Form der Vermeidung in seins zu gehen. Es fühlt sich „richtig“ und „gut“ an, noch eine Überstunde für jemand anderen zu leisten.
Doch oft erlebe ich bei meinen Kunden (und auch manchmal bei mir selbst), dass es ein Vermeidungsverhalten ist. Es ist psychologisch sicherer, sich in den Problemen anderer zu verlieren, als die Konfrontation mit dem eigenen Wachstum und den Ängsten zu suchen. Die Arbeit an der eigenen Praxis, am eigenen Erfolg, ist mit der Angst verbunden, sichtbar zu werden oder gar zu scheitern. Jemanden anderen zu unterstützen, ist hingegen eine vertraute Komfortzone. So verstecken wir uns hinter der Bedürftigkeit der anderen, während die uns gleichzeitig auch Kraft kosten.
Treffen Sie Ihren „heimlichen Verhinderer“
Sicher sind Sie mit der Teile-Arbeit vertraut. In uns gibt es mehrere Teile. Auch einen heimlichen Verhinderer.
Es kann viele Gründe geben, warum wir so einen Verhinderer haben: Vielleicht durften Sie früher nicht „Ihr Ding“ machen, oder Sie haben Angst zu scheitern, oder jemand hat Sie für Ihre Pläne ausgelacht. Es geht gerade auch nicht so sehr darum, die Gründe zu finden, sondern dafür zu sorgen, dass Sie wieder in „Ihres“ gehen können. Sie Ihre Wünsche voranstellen und sich nicht mehr für andere opfern.
Ich habe vor einiger Zeit ein schönes Tool kennengelernt das ich heute weitergeben möchte:
Das Werkzeug zur Befreiung: Die Umkehr des Begehrens
Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, hilft kein Zeitmanagement-Seminar. Sie müssen lernen, den inneren Widerstand als Wegweiser zu nutzen. Das wirksamste Tool von Phil Stutz ist hier die „Umkehr des Begehrens“. Dieses Tool stammt auch dem Buch „The Tools“, welches ich wärmstens empfehlen kann.
Wann immer Sie merken, dass Sie vor Ihrer strategischen Arbeit in die Ablenkung flüchten wollen:
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Den Widerstand fixieren: Nehmen Sie das Gefühl der Unruhe oder die Unlust ganz bewusst wahr. Es ist wie eine dunkle Wand direkt vor Ihrem Erfolg.
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Den Widerstand bejahen: Anstatt wegzulaufen, sagen Sie innerlich: „Komm her! Ich will diesen Widerstand spüren!“
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Durchschreiten: Stellen Sie sich vor, wie Sie mitten durch diesen Nebel hindurchgehen. Fühlen Sie es. Auf der anderen Seite liegt die Klarheit und die Energie, die Sie brauchen, um Ihre Praxis auf das nächste Level zu heben.
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So nehmen Sie die Energie des Widerstandes mit und können diesen in Ihr Vorankommen stecken. Die Übung sollte maximal 30 – 60 Sekunden dauern. Testen Sie es. Wichtig ist es zu fühlen. Diese Übung sollten Sie in den nächsten 30 Tagen immer dann wiederholen, wenn sich Widerstand einstellt.
Werden Sie auch ein Vorbild für Ihre Patienten.
Wahre Heilung kann nur aus einer Position der Stärke geschehen. Eine Praxis, die stagniert, weil Sie als Inhaber Angst vor der eigenen Größe haben, verliert auf Dauer an Strahlkraft. Sie schulden Ihren Patienten nicht nur Ihr Wissen, sondern auch Ihr Vorbild als erfolgreicher, kraftvoller Mensch.
Der „heimliche Verhinderer“ wird immer versuchen, Sie mit den Anliegen anderer von Ihrer Bestimmung abzulenken. Ziehen Sie eine klare Grenze. Holen Sie sich Ihre Energie zurück.
Ihre Praxis wartet nicht darauf, dass Sie alle anderen gerettet haben. Sie wartet darauf, dass Sie mutig genug sind, Ihr eigenes Licht voll leuchten zu lassen.